#AntiCityGuide Hamburg

Gesegelter Kaffee, ein stillgelegtes Wasserwerk und „Industrial Island“ – es gibt ein Hamburg fernab der ewigen Alster-Romantik…

Fotos Gwen Fischer und Fabian Hart
Texte Fabian Hart
Anzeige Beitrag in Kooperation mit Uniqlo

Es ist 15 Jahre her, dass es mich nach Hamburg zog und auch wenn ich der Stadt seit zwei Jahren vermeintlich den Rücken kehre, dann nur, weil Hamburg ihn mir immer wieder freihält. Ich bin hier zu Hause, hab‘ hier fürs Leben gelernt und auch, dass man „Tschüss“ sagt, wenn man es muss.

Hamburg steht mir nie im Weg, die Stadt lässt mich in Frieden, aber ich bin ihr nicht egal. Während Berlin sich nicht wirklich schert und sich New York nur um sich selbst dreht, ist Hamburg ein guter Ort, der dir nichts Böses will – aber keine Sorge, ich bin hier nicht „angekommen“, weil ich lieber Besucher bin. Weil in „Besucher“ auch „suchen“ steckt und ich immer wieder nach Empfehlungen für die Stadt gefragt werde, habe ich ein paar Orte zusammengestellt, die Hamburg von anderen Seiten zeigen und sich nicht auf der Idylle ausruhen, auf die Hamburg so oft reduziert wird.

 

Wahrscheinlich habt ihr noch nie was von Peute gehört, warum auch? Peute ist eine Binneninsel zwischen den Elbbrücken und ein einziges Industriegebiet. Noch vor ein paar Jahren standen hier viele massive Klinkerbauten aus den 1920ern, in denen damals eine Druckerei, Kaffeerösterei und eine Waschmittel-Fabrik untergebracht waren. Heute werden Teile der noch bestehenden Fabrikanlagen an Hamburger Kreative vermietet.

Die meisten der alten Gebäude auf der Peute wurden aber abgerissen, sie mussten Lagerhallen und andere Neubauten der Hamburg Port Authority weichen, der Hamburger Hafenbehörde. Seitdem brettern LKWs über die zwei Peuter Brücken, vorbei an Container-Lager, Wertstoffhöfen und jede Menge anderer mächtiger Industriekulissen.

 

 

Auf einem Ponton auf der Norderelbe schwimmt ein Café, in dem man zur Ruhe kommt, wenn man mal wirklich welche braucht. Das „Entenwerder1“ ist nur eine Viertelstunde vom Hauptbahnhof entfernt, weil es geographisch gesehen selbst mitten in der Stadt liegt, im Elbpark Entenwerder.
In dem goldenen Pavillon, zwei Schiffscontainern und jeder Menge Außenfläche ist man mittendrin weit weg.

„Entenwerder1“
Entenwerder 1,
20539 Hamburg

 

Und noch eine Insel: Auf Kaltehofe stand im 19. Jahrhundert Europas modernstes Wasserwerk. Die letzte Wasserfilteranlage wurde 1990 geschlossen und hungrige Architekten planten bereits Wohn- und Ladenflächen, die das Denkmalamt jedoch ablehnte. Heute ist die Insel Teil des Naturschutzgebietes „Auenlandschaft Norderelbe“ und die ehemaligen Filteranlagen und historischen Schieberhäuschen zeichnen eine verwunschene, grüne Industrielandschaft. Der perfekte Ausflug.

 

 

„Greta Thunberg würde diesen Kaffee trinken!“ TEIKEI Kaffee wird per Segelschiff über den Atlantik nach Hamburg gebracht, um die Emissionen im Transport zu reduzieren. Außerdem steht TEIKEI für solidarische Landwirtschaft und ist eine Non-Profit-Organisation ohne Zwischenhandel. Je nach individuellem Bedarf, kann jeder Kaffee-Fan Mitglied werden und selbst festlegen, wie viel Kaffee er / sie im Jahr so trinkt und damit dann wöchentlich beliefert werden. Durch die Vorauszahlung der Kaffeeernte werden die Löhne der Bauern und Bäuerinnen aus Veracruz, Mexiko gesichert. Natürlich ist TEIKEI nicht nur Kaffee, sondern auch ein Café, es liegt in der Markstraße im Karoviertel. Hier gibt es auch richtig gutes Frühstück, alles Demeter-verzifiert, klar.

TEIKEI
Markstraße 25,
20357 Hamburg

Wer nach Hamburg kommt, muss aufs Wasser. Aber den Ansturm an Touris an den Landungsbrücken – vor allem an den Wochenenden – hat wirklich niemand verdient. Das Geld für eine Barkassenfahrt kann man sich auch sparen. Stattdessen einfach in eine Fähre des HVV steigen, also in einen Wasserbus, am Besten ab dem Fischereihafen, dem „Dockland“ und dann bis nach Finkenwerder, des Ausblicks wegen und dann zurück, einmal die Große Elbstraße entlang und vielleicht ein Fischbrötchen am letzten Kiosk vor New York und dann noch einmal kurz hoch zum „Altonaer Balkon“ und dann wieder Ausblick: schön!

 

 

Dieser Beitrag ist gemeinsam mit UNIQLO entstanden, die Jacke, die ich auf den Bildern trage, ist aus der „Hybrid Down-Kollektion und direkt bei UNIQLO erhältlich. Alle Orte des #AntiCityGuide Hamburg sind meine eigenen Empfehlungen. 

Schon gesehen? Einen #AntiCityGuide gibt’s zum Beispiel auch für Los Angeles …

 

 

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