Movember!

Lass‘ uns über Männergesundheit reden!

Der Movember ist die weltweit größte
Organisation für Männergesundheit,
Erkennungszeichen „Moustache“. Die
Botschaft: Männer sind nicht „harte Schale,
weicher Kern“. Sie müssen lernen, sich
besser um ihre körperliche und seelische
Gesundheit zu kümmern.

Gillette
unterstützt den Movember
und kommuniziert neue Männerbilder
fernab des so prägenden Werbemotivs
von Aggressoren, die sich After Shave
buchstäblich ins Gesicht schlagen …

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Seit Jahren mache ich mich für eine neue Vielfalt von Männlichkeit stark, schreibe und rede darüber – ob hier auf fabianhart.com, mit meiner Kolumne Das Neue Blau für Vogue.de, in meinem Podcast Zart Bleiben oder im TV, etwa letztes Jahr in der ARD-Produktion Queer 4 You. Auf Social Media zeige ich auch diverse Bilder von Männlichkeit – denn schon eine Pose allein kann Männlichkeit infragstellen oder stärken: Wenn ich die Beine gleich doppelt übereinanderschlage und gegen „Manspreading“ posiere zum Beispiel.

Egal auf welcher Plattform, meine Botschaft ist überall dieselbe: Die Geschichte vom Mann als dem ewig starken Geschlecht muss auserzählt werden. Sich als grundsätzlich überlegen zu fühlen – wirtschaftlich, körperlich, mental – unterdrückt alle Geschlechter, aber eben auch Männer selbst. Der soziale Druck, gefälligst auch wie ein richtiger Kerl zu performen, bedeutet eben zwangsläufig auch, dass Gefühle zulassen, andere Emotionen als Wut und Ärger zeigen und Schwäche zugeben zur Herausforderung werden kann – oder zum Tabu. Wenn große Jungs nicht weinen dürfen, wohin dann mit der Trauer, Enttäuschung, Angst? Ständig das eigene Geschlecht beweisen – das kann einen ja nur kaputt machen. Körperlich, aber auch seelisch.

Noch immer gilt die Idee der Mann sei „harte Schale, weicher Kern“ und wir haben das von „Große Jungs weinen nicht“ bis hin zu James Bond so verinnerlicht – in der Schule, zu Hause, beim Sport, im Job, in Filmen, in der Werbung – so sehr, dass wir uns oft gar nicht mehr bewusst sind, was das für ein Erwartungskatalog ist. Natürlich leben nicht  alle Männer nach traditioneller Männlichkeit, aber Statistiken zeigen, dass Geschlechterrollen definitiv festlegen, wie Männer nicht nur mit anderen, sondern auch mit sich selbst umgehen, mit ihrer Gesundheit, seelisch und körperlich. 

Männer sind einfach effizienter. sagt Gerhard Hafner. Ich habe mit dem Berliner Psychologen und #HeForShe Botschafter von UN Woman schon für meine Vogue Kolumne und meinen Podcast über Männergesundheit gesprochen. Mit der männlichen Effizienz meint Hafner, dass Männer im Vergleich zu Frauen rigoroser in der Umsetzung sind. Sie neigen zur Aktion statt zur Reflektion. Greifen öfter zur Flasche, werden eher gewalttätig, nehmen sich selbst das Leben. Es gibt doppelt so viele Alkoholiker wie Alkoholikerinnen. Alkoholsucht ist die häufigste seelische Krankheit bei Männern. Die Selbstmordrate bei Männern liegt dreimal höher als bei Frauen. Männer sterben im Durchschnitt sechs Jahre jünger als Frauen.

Frauen verstehen ihre Gesundheit ganzheitlich. Im Gegensatz dazu denken Männer es gehe ihnen grundsätzlich gut, aber irgendwas stimme mit dem Bauch nicht. Gerhard Hafner sagt, dass Männer mit ihrer Gesundheit umgehen wie mit einem PKW: Sie sehen sich wie ein Auto, das zwar läuft, an dem aber das Licht gerade kaputt ist.“

Das hat auch zur Folge, dass Männer viel seltener zum Arzt gehen als Frauen und ihre Gesundheit weniger zur Sprache bringen, ihre Bedenken, aber eben auch Symptome. Sie gehen oft erst zum Arzt, wenn es einfach nicht mehr geht – oder, um in Gerhard Hafners Bild zu bleiben – wenn das Auto nicht mehr anspringt…

Eine gerade veröffentlichte Studie, die in einem Interview mit der Soziologin Franziska Schutzbach auf zett besprochen wird, bestätigt, dass Frauen gerade auch in Zeiten der Pandemie die damit verbundenen Corona-Schutzmaßnahmen ernster nehmen als Männer und weniger Probleme damit haben Hygieneregeln einzuhalten. So befürchten tatsächlich viele Männer eine Maske würde eher ihre Männlichkeit gefährden statt ihre Gesundheit schützen. Sich selbst einzugestehen, dass die harte Schale dann eben doch verwundbar ist und das vor anderen durch das Tragen einer Maske zu demonstrieren, kann da schon zur Grenzerfahrung werden. Sich als das starke Geschlecht etwas sagen zu lassen, kann nach Franziska Schutzbach auch zur Folge haben, dass Männer mit rebellischem Gebaren reagieren, unvorsichtiger und rücksichtsloser mit ihrer Gesundheit und der anderer umgehen.

Dass sich die Konversation um Männergesundheit als schwierig gestaltet und deshalb Antrieb benötigt, weiß auch die Wohltätigkeitsorganisation Movember2003 entstand die Idee zum Movember, als die beiden Freunde Travis Garone und Luke Slattery in ihrer Lieblingsbar in Melbourne gemeinsam mit Freunden beschlossen, sich einen Schnurrbart wachsen zu lassen. Diese Form von Bart schien nahezu ausgestorben und die Jungs merkten sofort, dass der Mo ein leichter Gesprächseinstieg ist – auf die Frage Warum trägst du einen Schnurrbart? musste aber auch die richtige Story folgen. Einer ihrer Freunde organisierte zu der Zeit gemeinsam mit seiner Mutter Charity-Projekte für Frauen, die an Brustkrebs erkrankten und so kam die Männergruppe auf die Idee, den Schnurrbart zum Symbol einer Bewegung für Männergesundheit zu machen – der Anfang des Movement Movember im November.

Aus dem Movember hat sich in den letzten Jahren eine globale Bewegung entwickelt. Heute finanziert der Movember über 1.250 Projekte zur Männergesundheit auf der ganzen Welt und klärt über Krankheiten wie Prostatakrebs und Hodenkrebs auf und rückt vor allem die Vorsorge in den Vordergrund. Auch die mentale Gesundheit wird zum großen Thema. Männlichkeit ist etwas Körperliches – Statur und Muskeln demonstrieren und legitimieren auch mentale Stärke, Durchsetzungskraft und Risikobereitschaft. Könnte man seine Seele sehen, oder noch besser, anfassen, würden damit auch mehr Männer zum Arzt gehen.

Neuer Partner der Movember Organisation ist Gillette und für die Marke, die täglich so viele Männer in ihrer Pflegeroutine erreicht, ist das ein wichtiger und richtiger Schritt in Richtung eines neuen Männerbildes. Das traditionelle, von der Werbung geprägte Bild des Mannes, der sich nach der Rasur das After Shave ins Gesicht klatscht, so als würde er sich selbst schlagen, muss abgelöst werden von einem neuen Selbstverständnis, als Mann fürsorglich und zart mit sich selbst und anderen umzugehen. In den letzten Jahren hatte Gillette schon Videos veröffentlicht, die im Sinne der #MeToo-Bewegung die sozial dominante Position des Mannes thematisieren und traditionell männliche Eigenschaften, die ungesund sind –toxisch für andere Geschlechter und für Männer selbst.

Dass Gillette als Rasurexperte thematisch zum Movember passt, steht außer Frage. Der Schnurrbart wird nach einer kompletten Rasur Ende Oktober über seine Kraft als Erkennungszeichen hinaus auch zum Symbol für die Bereitschaft, Männergesundheit zum Thema zu machen, der #MutZumMo. Im Kreise von Freunden. In der Familie, vor der Partnerin, dem Partner, vor Kolleg*innen. Der Schnurrbart kann als Hilfe zum Einstieg in das Thema verstanden werden und als eine Art Nudging. Männer brauchen oft dieses Nudging“, also regelrechte Anstupser, um über das zu sprechen, was sie bewegt. So sehr sind uns Sprüche und Erwartungen wie große Jungs weinen nicht und Indianer kennen keinen Schmerz in Fleisch und Blut übergegangen – Zeit, das zu ändern.

 

Zusätzliche Information: Dieser Artikel ist kein ärztlicher Ratgeber. Mehr Informationen zum Movember und alle Aktionen und Initiativen der Bewegung findest du hier. Solltest du oder jemand aus deiner Familie oder Freundeskreis Hilfe benötigen, weil sich irgendetwas falsch anfühlt oder krank macht, dann hilft die Telefonseelsorge unter 0800/1110111.
Sprich Menschen, die dir nahestehen, auch an, wenn du vermutest, dass es ihnen nicht gut geht. Zuhören ist dabei genauso wichtig wie Ratschläge geben…

Gillette spendet 1,00 Euro an die Movember Organisation für jedes verkauft Movember Aktionspackung. Mehr Infos findest du hier.

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