Das letzte Hemd

Produktion Lisa Ostwaldt
Fotos Daniel Feistenauer
Haare / Make-up Isabell Flierbaum
Model Luzie @ Mega Model Agency
Text Fabian Hart

Irgendjemand entscheidet also über uns, dass wir mit unbestimmter Verweildauer auf diesem Planeten landen und alle nennen es „auf die Welt kommen“.

Die erste Mode, die wir mitmachen, ist ein #SponsoredOutfit von Familie & Freunden: Strampler. Socken. Wenn’s gut läuft Sneakers in Miniaturgröße. Alles Gesten der Freude darüber, dass wir jetzt da sind, geboren, am Leben. Endlich.

Aber wo Ankunft, da auch Abreise. Das klingt jetzt hart, gerade vor Weihnachten. Weil wir darauf konditioniert sind uns von Tag X abzulenken. Mit den schönen Dingen des Lebens – zu denen auch Mode beiträgt.

Die folgende Fotoproduktion ist Teil der Examensarbeit der AMD-Absolventin Lisa Ostwaldt, deren Kurs MM24 ich die letzten dreieinhalb Jahre in den Fächern Modejournalismus Online und Social Media betreute.

So einfach die Aussage „Der Tod ist Teil des Lebens“ zu sein scheint, so schwierig und selten können wir ihn als natürlichen Zustand begreifen, als Pendant zur Geburt. Der Tod selbst wird totgeschwiegen und all die Dinge, die uns an ihn erinnern.

Lisa enttabuisiert ein Thema, das in einer idealen Welt wie der einer Modeproduktion eigentlich nichts verloren hat: die eigene Endlichkeit. Ihr Model trägt unterschiedliche Totenhemden und bringt sie in Bewegung, in natürlichen Posen, völlig selbstverständlich.

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