Karma-Botschafter

Die Smilestorm-Aktion der Glamour gegen Hater im Netz ist ein guter Grund für einen Self-Check und diesen Beitrag hier:

Foto Anna Rose
Text Fabian Hart

Eigentlich ist die Geschichte ganz einfach: Das Internet ist ein idealer Ort für Meinungen. Man kann sie mal eben so abtippen und raushauen, auf Foren, in Gestalt von Kommentaren, als Statusmeldung. Man muss noch nicht mal eine eigene Meinung haben, man kann die anderer auch einfach nur teilen und liken. Das ist es, wovon Twitter, Facebook, Blogs und andere soziale Medien leben. Du musst den Mund nicht aufmachen oder dich sonst irgendwie körperlich zum Ausdruck bringen. Tippen und klicken fällt keinem schwer. Und genau das kann ein Problem sein.

Es gibt viele, die mit direkter Konfrontation ein großes Problem haben. „Du hast dich gestern wie ein Idiot benommen!“ kommt via Whatsapp einfacher als mitten in die Fresse. Und es ist ganz easy etwas nur zu liken, statt anderen zu sagen, dass du auch dieser Meinung bist.

Online sind wir Andere. Mutiger und schneller, intuitiver. Das bedeutet nicht, dass das Web uns zu Kommunikationswracks hat werden lassen. Aber es macht es uns einfacher, unangenehm zu werden. Weil wir die Reaktion des anderen nicht mehr so stark mitbekommen, vor ihr keine Angst haben und wir schreiben und wieder löschen können, Zeichen anders setzen, ungeschönt und aus dem Bauch statt mit dem Kopf.

Diese leichte Freiheit ist ein Grundrecht, aber auch eine Grauzone. Denn die subjektive Meinung, die wir durch sämtliche Übertragungsmittel öffentlich verbreiten dürfen, driftet oft genug ab und wird zur Propaganda, zum Tool, andere zu beleidigen und zu verletzen.

Shitstorms und Stalkings sind digitale Gefährten, man muss mit ihnen rechnen. Auch wenn du dich nicht allzu öffentlich machst, darauf achtest, dich nicht zu entblößen, Angriffsflächen zu vermeiden. Wer dich treffen will, wird dich treffen. Und das Netz ist die bequemste Art das zu tun, nicht nur weil es ein anonymer Ort sein kann, sondern ein Sprachrohr mit maximaler Reichweite.

Und keiner von uns ist Gutmensch und jeder kämpft mit Launen und findet Kollegen, Freunde, und andere Menschen mehr oder weniger grundlos scheiße und das ist auch völlig okay. Aber das kann man easy mit sich selbst ausmachen. Und man muss die Schubladen geöffnet lassen, in die man andere steckt und diese vorübergehende Stimmung nicht zur bleibenden Missgunst ausbauen. Und wer lästert nicht mit guten Freunden. Aber genau die müssen einem dann auch sagen, dass man da nur gerade von sich selbst ablenken möchte. Oder man einfach nur Weltschmerz hat. Und Andere anders sein lassen muss.

Ansonsten wird man schnell zum Assi und was hat man dann noch auf sozialen Netzwerken verloren? Hater, Faker und andere Loser muss man lernen auszublenden. Das Netz ist das beste Training.

Und weil ich gerade so eine Art Karma-Botschafter für die #Smilestorm-Aktion der Glamour bin, hier noch ein kleiner Service, ein Selbst-Check. Der geht so: Inwiefern würde ich das, was ich da gerade ins Netz tippe, auch vor den Personen aussprechen, an die ich es richte? Könnte ich mit den Konsequenzen leben?

 

 

 

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