Mixtape

Heute im Hartventskalender: Verpackungsmaterial aka Tape-Mode von Andreas Eklöf, Finalist des H&M Design Award 2015

Collage & Text Fabian Hart

Donatella Versaces Kinesio-TapeLogo-Paketbänder bei McQ Alexander McQueen, Bernhard Willhelms Sandelen für Camper mit Warnband-Streifen, Raf Simons Scrapbook-Taping: Klebebänder sind beliebte Motive der Mode. In den meisten Fällen erfüllen sie rein optische Zwecke, sind auffälliger Aufdruck oder Aufnaht. So wirklich zum Kleben kommen sie aber selten.

Andreas Eklöf tapet aus anderen Gründen. Der Schwede hat im Laufe seines Modedesign-Studiums an der Swedish School of Textiles Nadel und Faden gegen Klebebänder getauscht. Reißverschlüsse und Nähte werden an vielen Funktionswaren als zusätzlicher Schutz gegen Wasser und Kälte getapet – aber taugt Tape generell zur Produktion von Kleidung?

Für seine Abschlusskollektion testete er diverse Gewebebänder auf Reißkraft, Dehnbarkeit, Wasserfestigkeit und entwickelte Klebe- statt Schnittmuster, montierte so Stoffe aneinander. „The Tape techniques are my way of working with action fashion to achieve a more immediate means of creating outdoor garments.“

Seine Jacken und Parkas wirken auf den ersten Blick wie provisorisch geflickte Unikate – doch sie sind sorgfältig gestaltete Street Couture, voll in Funktion. Eklöfs Tape-Wear macht uns wichtige Gedanken: welcher Stellenwert hat Kleidung heute, was erwarten wir von ihr in einer Zeit der Massenherstellung und Reproduktion, zwischen Prestige und Wegwerfprodukt?

Mittlerweile ist Eklöf über die Universität in Borås hinaus bekannt. In Kopenhagen hat er den skandinavischen Modenachwuchspreis Designer’s Nest gewonnen und gerade wurde er als einer der acht Finalisten des H&M Design Award 2015 bekanntgegeben.

Wird es das Tape vom populären Printmotiv zur Produktionsmethode schaffen? Der Award wird im Januar während der Stockholm Fashion Week verliehen, wo ich Andreas auch persönlich treffen werde. Mehr Infos über ihn und die anderen Nominierten findet ihr schon jetzt hier.

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