Mr. Andersen

Astrid Andersen bleibt sich mit ihrer Kollektion für TOPMAN treu und zeigt Streetwear mit Gender-Komponente

Fotos Anna Wegelin
Text Fabian Hart

Das große A ist eine noch junge Kapitale der Mode und gehört der Dänin Astrid Andersen. Im August 2012 habe ich sie während der Fashion Week in Kopenhagen kennengelernt und seitdem habe ich schon einige Mal über sie geschrieben, hier und auch in GQ Style. Astrid macht Streetwear für erwachsene Jungs, die aber mehr ist als das. Sie kidnappt Stoffe und Farben, die als grundsätzlich feminin gelten – Spitze etwa, andere Seethrough-Materialien und Pink zum Beispiel – und gibt ihnen eine maskuline Silhouette. Das ist eine moderne Idee von Unisex anstelle Menschen gleichzuschalten und zu entsexualisieren. Andersen ist tragbare Nische: Londoner Cool Kid aus Dänemark mit einem Hang zu amerikanischer Street- und Sportswear. Dieser Mix plus Gender-Komponente ist der Grund, weshalb sie zum Liebling vieler Helden des modernen Rap wurde, etwa für Kendrick Lamar, A$AP Rocky oder auch A$AP Fergg, der sich momentan sogar als Model zu Andersen committed.

Seit gestern ist nun auch eine High-Street-Kollektion von Astrid Andersen erhältlich, die in Kooperation mit TOPMAN entstand. Meine Favorites könnt ihr auf den Bildern sehen. Der Hintergrund: Astrid wurde vor zwei Jahren erstmals durch das Förderprogramm Fashion East im UK unterstützt, das wiederum auch von TOPSHOP teilfinanziert wird. Die Plattform bietet jungen Designern langfristige Start- und Entwicklungshilfe und so war es Andersen möglich, die 2010 am Royal College of Arts in London ihren Abschluss machte, mittlerweile schon vier Kollektionen und Saisons auf der London Collections Men präsentieren zu können. Mit der aktuellen TOPMAN-Kooperation erhält Astrid nicht nur eine größere Reichweite, sondern verkauft schneller und mehr als in den Concept Stores, in denen ihre Hauptlinie erhältlich ist. Für den Rest des Erfolgs sorgt übrigens Ella Dror PR, eine der besten jungen PR-Agenturen Londons, die unter anderem auch Alex Mattson, Bernhard Wilhelm und Xander Zhou repräsentiert. Dazu aber bald mehr.

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