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Musique Vol. VI

Musique Vol. VI

Neues von Woodkid, Lady Gaga und Kendrick Lamar, The Knife, My Bloody Valentine, Leslie Clio, Atoms For Peace und Cyril Hahn, Adam Green und Binki Shapiro

 
Diese Playlist ist für Claudia Scholtan, weil ein guter Freund wie ein perfekter Videoclip ist: Man will ihn immer wieder sehen und hören.

 

Woodkid “I Love You”

Der Franzose Yoann Lemoine ist Woodkid und Regisseur und Musiker zu gleichen Teilen. Sein Epos “Iron” – alternativer Pop als gewaltig inszenierte Fotostudio-Feldschlacht – wurde vor zwei Jahren zu einem Klassiker der Musikgeschichte. Dior Homme Designer Kris Van Assche mochte das Musikvideo so sehr, dass er es zur größten Inspiration seiner Herbst-Winter-Kollektion 2012/13 ”A Soldier on My Own” werden ließ. Woodkids neues Werk “I Love You” hat Van Assche deshalb auch gleich ausgestattet und natürlich sieht Model Matvey Lykov besonders gut darin aus. Auch wenn “I Love You” als untrennbares audiovisuelles Konstrukt verstanden werden sollte, kann sich jeder darin üben Woodkids Visionen auch ohne Bilder zu sehen: Am 18. März erscheint sein Debütalbum “The Golden Age”.

 

Kendrick Lamar with Lady Gaga “Bitch Don’t Kill My Vibe”

Schöner könnte man nach fünf Wochen Exil von seiner Heimat nicht begrüßt werden: Am Samstag interviewe ich Kendrick Lamar in Hamburg. Eine gute Gelegenheit herauszufinden, weshalb er den Song “Bitch Don’t Kill My Vibe” auf seinem neuen Album “Good Kid, mA.A.d City” noch solo performt und jetzt plötzlich ein Video auftaucht, in dem Lady Gaga mitmischt. Hat sie ihre Vocals zu spät abgegeben oder fand Lamar sie rappend dann doch nicht so überzeugend? Urteilt selbst:

 

The Knife “Full Of Fire”

Das Video zum neuen Track von The Knife ist eine Art Brokeback Mountain in lesbisch. So ungefähr könnte man “Full Of Fire” beschreiben, aber nicht zwingend. Man könnte auch eine leise Kritik an der schwedischen Staatsform exponieren. In einer Szene des Videos wird ein mit dem schwedischen Kronprinzenpaar bedrucktes Wischtuch im Putzwasser ausgewrungen und damit auch ein bisschen die parlamentarische Monarchie in den Dreck gezogen. Welche Botschaft will uns Karin Drejer Andersson damit tatsächlich übermitteln? Vermutlich keine. Eine Botschaft gibt es dann aber doch: “The Knife” sind auf Tour, zum Beispiel am 27. April in Hamburg.

 

Mariah Carey “Touch My Body” (Cyril Hahn Remix)

Dieser Song ist keineswegs neu und doch ist er kaum wiederzuerkennen. Außerdem ist das Video auch eher ein Still und doch kann man sich dazu bewegen. Nicht so camp, wie es Mariah tun würde, sondern ausdrücklich. Nie zuvor klang Mariah Carey so sehr nicht nach Hello Kitty, Pussy und fünf Oktaven und dafür sollte sie dem kanadischen Produzenten und DJ Cyril Hahn danken. Er entreißt der Popmusik die Gaudi und baut sie um zu gedankentiefen Tracks, deren Lyrics plötzlich Bedeutung bekommen. Zum ersten Mal fordert Mariah mit “Touch My Body” nicht Selbstbestätigung ein, sondern Berührung.

 

My Bloody Valentine “She Found Now”

Vor 21 Jahren hörte man zuletzt einen Ton von My Bloody Valentine, damals erschien ihr zweites und letztes Album “Loveless”. Jetzt, zum Valentinstag 2013, kehrt die Liebe (zur Musik) zurück und die Helden der Neunziger wiedererwachen mit einem Album, bescheiden mit ihrem Akronym “mbv” betitelt. Die Comeback-Platte kann man ab sofort auf der Website der Band kaufen und den ersten Song daraus, “She Found Now”, seht ihr hier:

 

Leslie Clio  ”I Couldn’t Care Less”

Man muss ein neues Apple-Produkt erfinden, das mit diesem Song beworben werden kann. Leslie Clio ist die coolere Lena Meyer-Landruth und sie kommt aus Hamburg und da gibt es immerhin auch einen Apple-Store und eine Wohnung, in der ich ab morgen wieder zu Hause sein kann. Clio klingt so angenehm weit weg von all den Dingen, die man mit deutschem Girl-Pop in Verbindung bringt und ja, das ist ein gutes Zeichen. Manchmal erinnert sie an Duffy, stimmlich, aber solche Vergleiche sind schlichtweg dämlich. Bevor ich sage, wann ihr erstes Album erscheint, hier noch ein Lieblings-Lyric: “There’s no you in us”.  Ihr Debüt “Gladys” ist ab morgen erhältlich, auch außerhalb von Hansestädten.

 

Atoms For Peace “Judge, Jury & Executioner”

Atoms For Peace ist die neue Band um Radioheads Thom Yorke und Flea von den Red Hot Chilli Peppers. Zwar tourt die Gruppe schon seit 2009 zusammen, lange Zeit aber nannten sie sich nur ??????. Die Single “Judge, Jury & Executioner” ist auch auf ihrem Debütalbum “Amok” zu hören, das am 25. Februar erscheinen wird.

 

Adam Green & Binki Shapiro “Just To Make Me Feel Good”

Nein, sie schlafen nicht miteinander, Adam Green & Binki Shapiro. All ihre Liebe fließt in ihre gemeinsame Musik und weil in gemeinsam auch einsam steckt, klingt das Album der beiden durchaus melancholisch und dennoch wohlig. Hört hört:

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