Richtig beschattet

Markennamen auf Sonnenbrillenbügeln und andere Fauxpas: ein Sonnenbrillen-Guide

Fotos Hedi Xandt
Text Fabian Hart

Die teuersten Waren sitzen immer auf Augenhöhe und deshalb war und ist der Sonnenbrillenbügel ein beliebter Austragungsort für Luxusmarken. Das etikettierte Gestell ist mehr als eine Herstellerinformation, es ist demonstratives Selbst-Labeling.

Glücklicherweise hat sich diese Mode abgelöst, doch Schläfen-Gucci passiert noch immer. Oft gibt ein beschrifteter Bügel Auskunft über das Label, für das es untenrum nicht gereicht hat. Dann muss er ZARA upgraden. Oder, schlimmer, verheimlichen. Die Sonnenbrille wird dabei um ihre eigentliche Funktion kastriert und als erschwinglicheres Markenstück missbraucht. Die Wahrheit ist: auch High Street kann ein guter Look sein und ein schlechter wird durch eine Brille nicht besser.

Was man mit Sonnenrillen auch nicht (mehr) machen darf: sich dahinter verstecken, nicht erkannt werden wollen, sie im Club oder Café tragen, oder nachts. Das sind verbrauchte Rockstar-Attitüden. Einer Sonnenbrille steht Sonne am besten. Sie an grauen Tagen zu tragen ist nichts anderes als Sonnencreme, die Urlaub in den Alltag bringen soll.

Generell gilt: Eine Sonnenbrille darf Charakter zeigen. Ecken, Kanten, Rundungen. Sie darf groß sein oder klein, bunt oder uni, Vintage oder neu. Lizenzprodukt sein oder Eigenmarke. Eine Sonnenbrille darf alles, solange sie aus den richtigen Gründen auf der Nase sitzt und das Gesicht selbst nicht überschattet.

Auf den Bildern trage ich zwei Sonnenbrillen der Brillenmanufaktur Mykita aus Berlin. Die Modelle entstanden in Kooperation mit Maison Martin Margiela und bündeln alle Eigenschaften einer modernen Sonnenbrille: labelfreie Bügel, leichtes Gestell, eigenständige Form

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