Über/Pflege IV

Hygiene als Serviceleistung: neue Produkte zum dick Auftragen

Produktion Nina Hollensteiner & Fabian Hart
Auswahl & Text Fabian Hart

Hinter meiner Tendenz zur Überpflege steckt zweifelsohne mehr als berechtigter Selbstgenuss. Eitelsein ist auch Serviceleistung und Umgangsform, eine Bemühung seine eigene Erscheinung möglichst angenehm für andere zu gestalten. Hygiene, Fitness, Kleidung: niemand tut das nur für sich.

Die folgende Hartcare haben wir nicht wie üblich im Studio fotografiert, sondern auf offener Straße. Street-Still statt Street Style. Unsere Requisiten sind dabei kein wahlloses Dekor. Der Selfie Stick etwa ist Symbol für das sich selbst Zugenwandtsein unter gleichzeitiger Berücksichtigung der Außenwirkung. Will heißen, dass Selfies eigentlich gar keine sind, weil sie ja vor allem für andere aufgenommen werden. Das klingt jetzt saumäßig gestelzt, aber gebt euch halt ein bisschen Mühe. Alle anderen Intensionen ersparen wir euch, können aber durchaus unter info@fabianhart.com erfragt werden. Falls möglich aber erst nach Einwirkzeit.

 

Jorg Obé Final

Auftragen, ruhen und abziehen wie Patrick Bateman in American Psycho: Die Peel-Off-Maske besteht aus schwarzer Tonerde – gut gegen fettige Haut und verstopfte Poren, Echinacea wirkt antibakteriell. JorgObé wird in Dänemark produziert und kommt ohne Silikone, Mineralöle, Farbstoffe und Parabene aus. Wie jede Hartcare auch selbst erprobt, wie ihr hier sehen könnt.

 

May Lindstrom Final

Honig ums Maul als Pflegeritual: May Lindstrom hat ihre eigene Berufsbezeichnung. Als „Skin Chef“ erfindet sie Ökoprodukte, von denen man nicht weiß, ob man sie sich eher aufs Brot oder die Haut streichen will. In Anbetracht dessen, dass sie aus Los Angeles kommt, liegt letzteres näher und und so ist „the honey mud“ also doch eher Gesichtsreinigung. Aus dem Rezept: unbehandelter, roher Honig, Halloysite – ein Mineralstein – und kalt gepresstes Pflanzenöl. Mehr zu May hier.

 

Organic Pharmacy Final

In Sachen Beauty bin ich meistens umgeben von Kolleginnen und nur selten von Kollegen. Menscare ist auch 2016 noch Nische, wie vor einigen Wochen auf FB dokumentiert. Das Foto wurde während der Presseveranstaltung von The Organic Pharmacys neuer Creme „Rose Diamond“ vorgestellt, die tatsächlich Diamantenpulver enthält. Okay, wir könnten an dieser Stelle daran erinnern, dass Diamanten „a girl’s best friend“ sind und rosafarbene Verpackungen sich wohl auch eher an eine weibliche Zielgruppe richten, aber warum sollten wir das? Ich schrecke vor Rosa genauso wenig zurück wie davor, mit Luxuskram verschwenderisch umzugehen. Im Eifer des Gefechts haben wir auch ein Malheur inszeniert, aber keine Sorge – Kollegin Nina Hollensteiner und ich haben uns jeden Tropfen der Diamantenrosencreme zurück ins Gesicht gestrichen. Darin außerdem enthalten: Hagebutte, Distelöl, Leinsamen und persische Rosen, wie gewohnt seit 2002 rein biologisch.

 

SAAL Final

SA.AL&CO richtet sich ganz klar an Männer mit ausreichend Hygieneerfahrung – vom „Intense Moisturizer“ bis zum Deodorant können die Tuben aus gebürstetem Stahl mit Namen personalisiert werden. Man kann dann behaupten, den Fortgeschrittenenkurs in Männerpflege mit Gravur bestanden zu haben. In meiner Hand liegt das Zwei-in-Eins-Produkt Light Moisturizer & After Shave Balm und bevor wir uns hier nur vom Wording und Packaging beeindrucken lassen: SA.AL&CO Skincare ist zu 100 % frei von Tier und voll von Natur, etwa Macadamianuss, Shea und Quellwasser aus den Alpen – immerhin das SA.AL&Co Labor auch in Tirol.

 

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